Abstimmungsparolen 12. Februar 2017

Erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration
JA

Es gibt Menschen in der Schweiz, deren Grosseltern sind vor Jahrzehnten, irgendwann vor oder nach dem 2. Weltkrieg in die Schweiz gekommen, die weiterhin als AusländerInnen gelten, obwohl bereits ihre Eltern in der Schweiz aufgewachsen sind. Ein Wunder, dass mensch nicht noch genetische Verwandtschaft mit Willhelm Tell nachweisen muss, um eingebürgert zu werden – wobei, dessen Vater (Schiller) ja selbst Deutscher war.
Deshalb JA zu diesem kleinen Schritt in die richtige Richtung. Ein erleichtertes Einbürgerungsverfahren ist das Mindeste, was die Schweiz an Integrationswille zeigen muss.

Unternehmenssteuerreformgesetz III (USR III)
NEIN

Die Unternehmenssteuerreform III ersetzt alte Steuerprivilegien für ausländische Firmen durch neue, bringt unverantwortliche Steuergeschenke für Banken und Versicherungen und reisst ein 500-Mio-Loch in die Finanzen von Kanton und Gemeinden. Die Zeche müsste die Bevölkerung berappen – mit Steuerfusserhöhungen oder massiven Abbaumassnahmen bei Bildung, Gesundheit und Sozialem.
Wo das hinführt zeigt das Beispiel Kanton Luzern. Luzern hatte vor ein paar Jahren die Unternehmenssteuersätze auf ein rekordtiefes Niveau gesenkt. Seither folgt Sparpaket um Sparpaket. Zuletzt gelang es nicht ein Budget fürs Jahr 2017 zu bewilligen. Im Zuge dessen kann der Kanton Luzern bis kommenden April, u.a. keine Prämienvergünstigungen ausbezahlen. „Government Shutdown“ nennt sich das in den USA, es droht auch zum Normalfall in der Schweiz zu werden.
Dazu sagt die AL klar Nein.

Schaffung eines Fonds für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr
NEIN

Als Antwort auf die Milchkuh Initiative der Autolobby will die Vorlage Gelder aus dem allgemeinen Staatshaushalt abziehen und in den Strassenbau umzuleiten. Nicht berücksichtigt werden dabei die enormen Gesundheits- und Umweltschäden, die der Strassenverkehr verursacht.
650 Millionen Franken zusätzlich jedes Jahr in den Strassenverkehr verlochen? Eine Investition in die Zukunft? Die wäre sie, wenn statt Strassenausbau, 650 Millionen Franken pro Jahr in den Strassenrückbau gesteckt würden. Also Nein zu dieser kurzsichtigen Vorlage.

Abstimmungsparolen vom 27. November 2016

Initiative „Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)“
Ja

Die Kernkraftwerke werden in der Schweiz weit über die ursprünglich geplante Lebensdauer hinaus betrieben. In der Schweiz steht mit Beznau 1 das älteste Kernkraftwerk der Welt.

Nach Bundesrat dürfen diese Kraftwerke unbeschränkt weiter betrieben werden. Dies ist mit grossen Risiken verbunden. Die Initiative bringt eine Begrenzung der Laufzeit der Kernkraftwerke auf 45 Jahre. Damit ist ein sicherer Ausstieg aus der Kernenergie möglich.»
Weitere Argumente auf der Kampagnen-Website

Für ein linkes Nein zur Asylgesetzrevision

Bei der Abstimmung zur Asylgesetzrevision scheint die Sache auf den ersten Blick klar. Die SVP missbraucht das Argument der angeblichen Gratisanwälte um Stimmung gegen Asylsuchende zu betreiben. Bei einer genaueren Analyse der Vorlage entpuppt sich diese jedoch als weitere Verschärfung des Asylgesetzes.
Kernpunkt der Revision ist die Abschottung der Asylsuchenden in Zentren des Bundes, in denen sie das ganze Verfahren durchlaufen sollen. Die Bewegungsfreiheit wird dadurch eingeschränkt und der Kontakt mit der Bevölkerung erschwert. Forderungen, welche die Umzäunung dieser Zentren oder das Tragen von Fussfesseln beinhalten, stehen bereits im Raum.
Dies soll hauptsächlich der Beschleunigung der Verfahren dienen. Dass das teilweise jahrelange Warten auf einen Entscheid menschenunwürdig ist, dürfte unbestritten sein. Doch die Länge der Verfahren wird aktuell eher durch den Mangel an Bearbeitenden beim Bund verzögert. So werden Gesuche von Asylsuchenden aus „sicheren Drittstaaten“ prioritär behandelt, Menschen aus Syrien hingegen warten lange bis ihr Gesuch bearbeitet wird.
Beschleunigt werden sollen die Verfahren zudem durch eine Kürzung der Beschwerdefristen von dreissig auf sieben Tage. Dies ist angesichts der oftmals schwierigen psychischen Verfassung der Asylsuchenden äusserst fragwürdig. Im Gegenzug erhalten die Asylsuchenden eine Rechtsberaterin oder einen Rechtsberater, die jedoch vom Bund und über eine Fallpauschale bezahlt werden. Ob diese Unterstützung nicht der nächsten Asylgesetzverschärfung zum Opfer fällt, darf zudem bezweifelt werden.
Beim bisherigen Testbetrieb des neuen Verfahrens sind 32% der Asylsuchenden untergetaucht. Viele davon bleiben unter prekären Umständen als Sans-Papiers in der Schweiz. Auf deren Buckel kann und wird die SVP weiterhin Hetze betreiben, die Revision wird ihre Propagandamaschinerie mit weiterem Zündstoff versorgen.
Versuchen wir diesen Teufelskreis zu durchbrechen und der Rechten die Deutungshoheit über die Asyldiskussion wieder streitig zu machen. Das Opfern von Menschenrechten hingegen kann keine linke Strategie sein.
Deshalb am 5. Juni: Nein zur unmenschlichen Asylgesetzrevision.

Martin Jucker, AL Winterthur

Pro und Kontra: Service Public-Initiative

Innerhalb der Alternativen Linken gibt es zur Service Public-Initiative zwei Positionen: Während die AL Zürich an ihrer kantonalen Versammlung die Service Public-Initiative ohne Pro-Stimme abgelehnt hat, wird sie von der AL Bern sowie auch in der Romandie mehrheitlich befürwortet

Aus diesem Grund hat die AL Schweiz Stimmfreigabe beschlossen und will mit dem nachfolgenden Blogbeitrag eine Entscheidungshilfe bieten:

PRO

Eines der wichtigsten Proargumente ist der Umstand, dass seit der Umwandlung der Post, Swisscom und SBB in gewinnorientierte Unternehmen die die Grundversorgung und der Service tendenziell verschlechtert hat. Hunderte Poststellen und Briefkästen wurden abgebaut, Postschalter kommen immer mehr wie Einkaufscenter daher, ein Postfach zu angemessenen Preisen oder ein Bankkonto ohne Gebühren gehören der Vergangenheit an. Das Grundangebot der Post wird laufend abgebaut, während ihre Preispolitik immer mehr jener der UBS gleicht.

Gleichzeitig hat die Lohnungleichheit in den Betrieben massiv zugenommen: Die Löhne und Entschädigungen der Geschäftsleitung und Verwaltungsräte sind stark angestiegen, während immer mehr Stellen ausgelagert und die Arbeitsbedingungen verschlechtert wurden. Insbesondere die ausgelagerten Mitarbeitenden arbeiten unter prekären Bedingungen, die bundesnahen Betrieben unwürdig sind.

Die Initiative «Pro Service Public» löst nicht alle Probleme aber ihr Kernanliegen Service vor Gewinn ist zentral für die zukünftige Ausrichtung der bundesnahen Betriebe. Post, SBB und Swisscom sollen einen qualitativ hochstehenden Grundservice zu günstigen Preisen anbieten, anstatt immer neue lukrative Geschäftsfelder zu suchen. Gewinne, die durch die Grundversorgung erwirtschaftet werden, sollen nicht mehr dazu verwendet werden dürfen.

Klingsor Reimann, Nationaler Sekretär Deutschschweiz und Mitglied der AL Bern.

KONTRA

Die Initiative stellt wie die Milchkuhinitiative einen Frontalangriff auf die Bundeskasse dar, den das dort geforderte Quersubventionierungsverbot würde uns jährlich 600 Millionen Franken kosten! Diese massiven Verluste in Höhe eines Achtels unseres Armeebudgets werden aber kaum durch eine Steuererhöhung kompensiert, viel mehr wird der Fehlbetrag in der Staatskasse zu weiteren Angriffen und Leistungsabbau in unseren Sozialwerken führen. Dies kann kaum unser Ziel sein.

Zusätzlich wird das Gewinnstrebungsverbot den Privatisierungsdruck auf die Swisscom erhöhen. Da die Erfüllung der Grundversorgung keineswegs rentabel ist, wäre eine Abtrennung dieses unprofitablen Geschäftszweiges durchaus denkbar. Für eine Verbesserung des Service Public hätten die Initianten den Grundversorgungsauftrag ändern müssen, den dieser regelt am Ende die Zahl benötigter Poststellen. Hier hält die Initiative ihr Versprechen schlichtweg nicht.

Den letzten Knochen, der uns noch vorgeworfen wird, hat gar nichts mit Service Public zu tun: Die Initianten loben nämlich die Bekämpfung von zu hohen Managerlöhnen für sich aus. Dumm nur, dass der Initiativtext selbst was anderes aussagt: Den dieser fordert eine Angleichung aller Löhne an die Gehaltsstruktur des Bundes und würde damit nicht nur Topmanager treffen, sondern gut 8’000 Angestellte. Ziel verfehlt.

Manuel Sahli, Zürcher Kantonsrat und Mitglied der AL Winterthur.

Abstimmungsparolen vom 5. Juni 2016

Parolen der AL Schweiz zu den Abstimmungen vom 5. Juni 2016

Die AL Schweiz hat folgende Parolen für die Abstimmungen vom 5. Juni 2016 beschlossen:

Volksinitiative Für ein bedingungsloses Grundeinkommen: Ja
Volksinitiative «Für eine faire Verkehrsfinanzierung»:  Nein
Änderung des Asylgesetzes: Nein (Für ein linkes Nein!)
Volksinitiative Pro Service Public: Stimmfreigabe (Pro und Kontra)
Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes: Stimmfreigabe

Ja zum bedingungslosem Grundeinkommen
Die Alternative Linke sagt klar Ja zu einem Bedingungslosem Grundeinkommen. Als erste Partei in der Schweiz hielt die AL das Bedingungslose Grundeinkommen im März 2010 als eines ihrer Handlungsschwerpunkte fest. Für die AL geht die Initiative in die richtige Richtung: In der Bevölkerung wird darüber diskutiert, wieviel Geld ein Mensch in der Schweiz haben muss, um ein menschenwürdiges Leben zu führen.

Zur gleichen Zeit steht die Sozialhilfe unter Dauerbeschuss der Bürgerlichen, die jeden Sozialhilfeempfänger unter Generalverdacht stellen. Mit immer neuen Attacken wird in das Portemonnaie der sozial Schwächsten gegriffen. Das Bedingungslose Grundeinkommen steht in diesem Kontext für ein dringend notwendiges Umdenken.

Zweimal Nein zur Milchkuhinitiative und Asylgesetzrevision
Es ist bedauerlich, dass inzwischen selbst zwischen linke Parteien eine erneute Verschlechterung des Schweizer Asylwesens mittragen. Die halbherzige Unterstützung der Nein-Kampagne durch die SVP zeigt klar auf, dass auch diese mit dieser Verschärfung des bereits angeschlagenen Asylsystems leben können. Die AL Schweiz steht hier klar für ein linkes Nein zu dieser unmenschlichen Asylgesetzrevision ein, jede weitere Verschlechterung unseres Asylsystems muss entschieden bekämpft werden.

Unbestritten war das Nein zur Milchkuhinitiative, die dem Bund Millionen Franken kosten würde, die schliesslich bei Bildung, Forschung und Öffentlicher Verkehr fehlen würden.

Stimmfreigaben zur Pro Service Public-Initiative und zur Fortpflanzungsmedizin
Ausserdem beschloss die Alternative Linke zwei Stimmfreigaben: Einerseits zum Fortpflanzungsmedizingesetz, da dies eher eine persönliche als politische Abstimmungsfrage ist. Die zweite Stimmfreigabe betrifft die Volksinitiative Pro Service Public, bei der es innerhalb der AL verschiedene Ansichten gibt: Während die eine Hälfte die Initiative als klar verfehlt ablehnt und ähnlich wie bei der Milchkuhinitiative auf die Kostenfolge für den Bund und die Schwächung des Service Public mittels Gewinnstrebungs- und Quersubventionierungsverbot verweist, sieht der andere Teil die Verschlechterung der Grundversorgung und die eklatanten Lohnunterschiede zwischen Geschäftsführung und den “ausgelagerten” Mitarbeitenden als Gründe für ein Ja.

Referendum gegen das BÜPF ist gestartet

Das Referendum gegen das BÜPF ist gestartet. Nun bleiben 100 Tage Zeit, um die benötigten 50’000 Unterschriften zusammenzukriegen. Die Alternative Linke unterstützt das Referendum gegen das BÜPF selbstverständlich. Unterschreibe auch du noch heute!

Das BÜPF, ausgeschrieben „Bundesgesetz betreffend der Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs“, weitet die Überwachungsrechte der Sicherheitsbehörden erheblich aus. Die Vorratsdatenspeicherung wird ausgeweitet und neu sollen mit diesem Gesetz der Einsatz von Staatstrojanern sowie IMSI-Catchern, die ein erfassen von allen Handybenutzern in einem bestimmten Umkreis ermöglichen, explizit erlaubt werden. Der dazu aufgelegte Strafkatalog, bei denen solch eine Überwachung erlaubt sein soll ist weit gefasst und ein wirksames Aufsichts- oder Beschwerderecht über Tätigkeit und Anordnungen des Überwachungsdienst BÜPF existieren nicht.

Vorratsdatenspeicherungspflicht auch für Vereine und Privatpersonen

Bereits heute müssen Internet- und Mobilfunkanbieter Verbindungsdaten bis zu sechs Monate zurück den Strafverfolgungsbehördern liefern können (Vorratsdatenspeicherung). Auch wenn eine Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung auf zwölf Monate vom Parlament wohl aus Angst vor diesem Referendum in letzter Minute noch aus der Vorlage gekippt wurde, wurde die Vorratsdatenspeicherung trotzdem merklich ausgeweitet: Neu müssen jegliche Anbieter von öffentlichen WLAN’s, Mail- und Chatservern diese Daten für sechs Monate speichern und auf Nachfrage Zugriff auf diese Daten gewähren. Diese Regelung betrifft neu nicht nur mehr grosse Internet- und Mobilfunkanbieter, sondern auch kleine Vereine, Privatpersonen oder Restaurants. Trotzdem ist diese Massnahme alles andere als zielführend, können doch Mailanbieter im Ausland mit einem solcher Regelung nicht belangt werden. Absurd in diesem Kontext ist auch, dass das Parlament darauf verzichtet hat, eine Speicherung der Vorratsdaten in der Schweiz vorzuschreiben.

Staatstrojaner als Sicherheitsgefahr

Auch explizit erlaubt werden mit dem neuen Gesetz Staatstrojaner, deren Einsatz sich bis anhin noch in einer rechtlichen Grauzone bewegt. Diese Software, die oftmals illegal eingekaufte Sicherheitslücken ausnützt, kann in fremde Computer und Mobiltelefone eindringen und den Benutzer dort komplett überwachen. Dabei bedient sich die Software unbekannter Sicherheitslücken, die genauso gut von bösartiger Software ausgenutzt werden kann. Für die Rechtfertigung eines Staatstrojanereinsatzes steht den Strafverfolgungsbehörden ein weit ausgelegter Deliktkatalog zur Verfügung. Nicht zielführend sind auch IMSI-Catcher, mit denen zum Beispiel bei Demonstrationen oder Fussballspielen ohne deren Mitwissen jegliche Handybenutzer erfasst und unter Generalverdacht gestellt werden können.

Unterschreibe heute noch das Referendum:
Unterschriftenbogen herunterladen
Unterschriftenbogen per Post bestellen

Mehr Informationen unter:
http://www.stopbuepf.ch

Abstimmungsparolen vom 28. Februar 2016

NEIN zur Initiative „Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe“

Aus der Sicht der AL sollte die Ehe als eine von verschiedenen möglichen Lebensformen weder bevorzugt noch benachteiligt werden. Die vorliegende Initiative hat zum Ziel aus der bestehenden „Heiratsstrafe“ eine „Heiratsbelohnung“ zu machen und definiert dabei die Ehe rückwärtsgewandt als „gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau“. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften, Soziale Elternschaft, Wohngemeinschaften, Polyamore Beziehungen, Konkubinat müssten aber genauso als Lebensgemeinschaften anerkannt werden. Es gibt aus unserer Sicht keinen Grund Ehe und die klassische (Klein-)Familie privilegiert zu behandeln, sie sind lediglich eine mögliche Lebensform unter vielen. Dies sollte sich im Steuerrecht durch eine Gleichbehandlung sämtlicher Lebensgemeinschaftsformen widerspiegeln. Zudem profitieren von der Initiative nur verheiratete Paare mit hohen Einkommen, für Normalverdienende könnte sich die Initiative sogar negativ auswirken. Dies ist äusserst ungerecht und hinterlässt unter dem Strich in der Staatskasse Steuereinbussen von etwa zwei Milliarden, die letztendlich von den Normalverdienenden ausgeglichen werden müssen.

NEIN zur Initiative „Zur Durchsetzung der Ausschaffung krimineller Ausländer (Durchsetzungsinitiative)“

Die Durchsetzungsinitative ist absolutes Unding, sie würde die Schweiz direkt in eine Rechtsapartheid führen mit einem Zweiklassenrecht zwischen Schweizern und Ausländern. Weil die Ausschaffungsinitiative mit bestehenden Rechtsstandards wie Rechtsgleichheit kollidiert sowie keine zwangsweise Ausschaffung ermöglicht, wird nun ein Katalog mit Delikten genannt, die zwingend zur Ausschaffung führen sollen, ohne die Möglichkeit einer richterlichen Würdigung der Schwere der Straftat, aufgrund dessen über eine Ausschaffung entscheiden würde. Sollten internationale Verträge wie Menschenrechte dies verhindern, wären diese Verträge zu kündigen. Es muss davon ausgegangen werden, dass bereits Bagatelldelikte, z.B ein kleiner Ladendiebstahl unverhältnismässig mit Ausschaffung bestraft wird, schlichtwegs indiskutabel.

NEIN zur Änderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (Zweite Gotthardröhre)

2016 wird das Jahrhundertbauwerk Gotthardbasistunnel eingeweiht. Dieser wurde vor über 20 Jahren mit dem Ziel einen Beitrag zur Verlagerung des Strassentransitverkehrs auf die Schiene zu leisten geplant. Prompt zur Eröffnung wird nun aber darüber abgestimmt, ob zur Sanierung des Strassentunnels ein 2. Strassenunnel gebaut werden soll. Fast könnte man meinen, dass es sich dabei um ein Konjunkturprogramm für die Tunnelbauindustrie handelt, oder einfach um einen schlechten Scherz, denn ein weiterer Tunnel ist völlig unnötig. Ein Autoverlad während der Sanierung ist gut machbar, die bestehende Infrastruktur würde ausgenutzt, der Verkehr verlagert. Aber nein, lieber sollen ein paar Milliarden für einen neuen und unnötigen Tunnel verlocht werden. Die Beteuerung der Tunnelbefürworter, dass jeweils nur eine Spur in den beiden Röhren geöffnet sein soll sind währenddessen nichtmal das Papier wert, auf denen sie geschrieben sind.

JA zur Initiative „keine Spekulation mit Nahrungsmitteln“

Welches Recht hat mehr Gewicht: das Recht auf Nahrung oder das Recht mit Nahrung zu spekulieren? Spekulation an den Rohstoffbörsen mit der Absicht Preisdifferenzen auszunutzen verstärkt Preisschwankungen bei den Nahrungsmitteln und damit auch hohe Preise. In vielen Ländern wurde die Spekulation bereits eingeschränkt. Der grosse Einfluss der Finanzindustrie hat dies bisher in der Schweiz verhindert. Höchste Zeit daran etwas zu ändern und einen kleinen aber wichtigen Schritt gegen den Hunger in der Welt zu tun.

Referendum gegen das neue Nachrichtendienstgesetz mit fast 70’000 Unterschriften zustande gekommen

Am Donnerstag reichte das „Bündnis gegen den Schnüffelstaat“ das auch von der Alternativen Linken unterstützte Referendum gegen das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) bei der Bundeskanzlei ein. Damit wird die Stimmbevölkerung das letzte Wort zum neuen Schnüffelgesetz haben.

„Das neue NDG ist eine Frontalangriff auf Demokratie und Freiheit. Es hebelt die verfassungsmässigen Grundrechte aus und schafft erneut ein datensammelndes Monster jenseits des Rechtsstaates“, erklärte JUSO-Präsident Fabian Molina anlässlich der Einreichung in Bern. „Für mehr Sicherheit brauchen wir keine Totalüberwachung der Bevölkerung, sondern eine aktive Friedenspolitik“, ergänzte Lewin Lempert von der GSoA.

Die 67’271 Unterschriften (davon 56’542 beglaubigt) zeigen den grossen Widerstand in der Bevölkerung gegen den unkontrollierten Ausbau der Massenüberwachung und die Beschränkung der Grundrechte. Dank dem Referendum wird das Volk das letzte Wort über den massiven Kompetenzausbau beim Staatsschutz haben.

Mehr Infos unter http://www.schnueffelstaat.ch

Ein Neustart und eine neue „Organisation“

Am Jahreskongress, vom 5. Dezember in Biel, hat die Alternative Linke nach einer Talsohle, die zweifellos unvermeidbar und vermutlich sogar heilsam war, die Weichen für die Zukunft neu gestellt. Der Antrag, der einen Auflösungskongress der Alternativen Linken gefordert hat, wurde, nach ausführlichen Diskussionen und dem Beschluss von tiefgreifenden Neuerungen, mit 20 Nein Stimmen, 0 Ja Stimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt.
Der Vorstand, der neu zweigliedrig und entlang der Sprachregionen weitgehend autonom organisiert ist, besteht aktuell aus 14 Mitgliedern, die 8 Kantone repräsentieren. Er wird bis zum Jahreskongress 2016 prioritär an folgenden Themen arbeiten:

  1.  Einladung der politischen Regionalparteien, die radikal links-ökologische Politik betreiben, sich mit einer/m Repräsentantin/en im Vorstand der Alternativen Linken zu beteiligen. Wir wollen damit eine möglichst breite Einbindung aller radikal links-ökologischen Kräfte ermöglichen und der Forderung einiger Genossen nach mehr Transparenz Rechnung tragen.
  2.  Erstellung einer Liste aller radikal links-ökologischen Parteien, alternativen Gewerkschaften und Verbänden. Diese Organisationen werden gebeten Repräsentanten zu nominieren, die dann an einen Gründungskongress eingeladen werden. Ziel ist die Bildung einer nationalen Plattform. Name und Funktionsweise der Plattform müssen noch bestimmt werden.
  3. Die sozialen Kämpfe und Initiativen der links-ökologischen Regierungsparteien und der grossen Gewerkschaften werden wir unterstützen, wenn sie mit unseren Grundsätzen übereinstimmen. Die Verteidigung unserer Ideale ist wichtiger als politische Grabenkämpfe.
  4. Das Gleichgewicht aller Kräfte im Vorstand wollen wir mit einem internen Proporzverfahren, das die Dominanz eines einzelnen Landesteils verhindert, sowie einem Vetorecht für jedes Vorstandsmitglied erreichen. So wird ermöglicht, dass unsere Stellungnahmen zu nationalen Fragen die grösstmögliche Zustimmung aller Vorstandsmitglieder finden.
  5. Nach einem Jahr wird evaluiert, ob die neue Plattform und die Alternative Linke ihre Ziele erreicht haben, die sozialen Kämpfe und nationalen Kampagnen der verschiedenen Linkskräfte zu vereinen.

Die Mitglieder des Vorstands:

Vorstand 2016

Der Vorstand soll noch vergrössert werden. Wir hoffen dass das rasch passieren wird. Seit dem Kongress sind bereits vier neue Kandidaturen eingetroffen. Über sie soll an der ersten Vorstandssitzung diskutiert werden.